Messiah - Georg Friedrich Händel - 10. Mai, 17:00 Uhr, Christkirche
Sonntag, 10. Mai, 17.00 Uhr, Christkirche
Georg Friedrich Händel
Messiah
Sophia Körber, Sopran
Meili Li, Altus
Noah Schaul, Tenor
Jan-Hendrik Jensch, Bass
Stadtkantorei Rendsburg
Orchester mit historischen Instrumenten
Leitung: Volker Linhardt
Karten zu 25,-€/20,-€/12,-€ bei der Rendsburg-Information (VvK-Gebühr) Tel. 04331-6634566, sowie online unter www.eventfrog.de/stadtkantorei
Es ist das wohl meistgespielte Oratorium der Welt mit den dem wohl berühmtesten Chorsatz überhaupt:
Georg Friedrich Händels "Messiah" mit dem berühmten Halleluja.
Händel, als deutsche Botschafter der Musik nach London ausgewandert, gilt als Begründer der englischen Oratorientradition.
In teilweise riesenhafter Besetzung dirigierte er sein Werk in den größten Kirchen des Landes.
Aber auch kleinere Besetzungen waren denkbar und wurden entsprechend umgesetzt. Schnell auch in anderen Ländern, wie in Deutschland.
In Rendsburg erklingt dieses Werk seit langer Zeit endlich wieder einmal: Passend in der hochbarocken Christkirche und in englischer Sprache. Entsprechend sind die Solisten und die Mitglieder des Barockorchesters Spezialisten für Barockmusik, allen voran der Countertenor Meili Li.
Die Flöten sind aus Holz und die Trompeten werden von Meistern des Naturtrompetenspiels bedient.
Die Rendsburger Stadtkantorei unter der Leitung von Kirchenmusiker Volker Linhardt hat sich intensiv mit dem Stück befasst.
Ein Hörgenuss, dass man sich nicht entgehen lassen sollte!
Hier lesen Sie ein Interview, das Ulrike Taege mit dem Countertenor Meili Li geführt hat:
Ulrike Taege:
Meili Li, Sie wurden in China geboren und leben seit sieben Jahren in Hamburg. Derzeit singen Sie die Rolle des Nerone am Theater Lübeck in L’incoronazione di Poppea („Die Krönung der Poppea“). Am Sonntag werden Sie bei uns in der Christkirche den Altuspart in Händels Messiah singen. Was ist das Besondere an Ihrer Rolle?
Meili Li:
Die Altuspartie spielt im Messiah eine sehr wichtige Rolle und trägt einige der berührendsten Momente des Werkes. In „He was despised“ beschreibt die Stimme das Leiden und die Erniedrigung Jesu — die Altusfarbe verleiht diesen Worten eine besondere Traurigkeit, Einsamkeit und Schmerz. In „But who may abide“ hingegen stellt dieselbe Stimme Christus als reinigendes Feuer dar, mit schnellen Melismen, die rohe Kraft unterstreichen. Der Altus vereint Sanftheit und Stärke in einer einzigen Partie.
Ulrike Taege:
Was hat sie dazu gebracht Sänger in der besonderen Stimmlage Altus zu werden, häufig auch als Countertenor bezeichnet?
Meili Li:
Ich bin der erste Countertenor vom chinesischen Festland. Als Junge sang ich in einem Kinderchor und behielt meine hohen Töne, indem ich im Falsett sang — ohne zu wissen, dass dies eine anerkannte Gesangstradition ist. Ich dachte, ich sei einfach ein Freak. Die Offenbarung kam, als ich eine Aufnahme von Andreas Scholl mit Vivaldis Nisi Dominus hörte. In diesem Moment hatte meine Stimme endlich einen Namen. Es war eine Erleuchtung. Ich habe meine Stimme gefunden. Diese Stimme gehört mir.
Ulrike Taege:
Was finden Sie besonders reizvoll und charakteristisch an Altuspartien in der Barockmusik?
Meili Li:
Countertenöre werden in der Barockoper oft als Helden und Kaiser besetzt — Rollen, die historisch für die großen Kastraten geschrieben wurden. Was der Countertenor mitbringt, ist eine besondere Klangfarbe: jenseitig, über Geschlechtergrenzen hinausgehend, ätherisch. Sie bewegt sich in einem Raum, den keine andere Stimme einnimmt. Genau das macht sie so faszinierend.
Ulrike Taege:
Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
Meili Li:
Ich werde weiterhin Opern- und Barockrepertoire singen, möchte aber zunehmend meine eigene musikalische Sprache entwickeln. Dazu gehören Projekte wie die Verwendung barocker Improvisationstechniken, um alte chinesische Lyrik zu vertonen, sowie die Wiederentdeckung wenig bekannter Opern und Komponisten, die es verdienen, erneut gehört zu werden. Die Schnittstelle dieser beiden Welten — chinesisches Kulturerbe und westliche Alte Musik — fühlt sich wie echtes Neuland an, und genau dorthin möchte ich gehen.
Übersetzung aus dem Englischen mit Hilfe von Copilot